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Montag, 17. Oktober 2011, 16:20

Info über Helicobacter pylori

Magen-Darm-Beschwerden durch Helicobacter pylori




Mediziner vermuten, dass mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung mit Helicobacter pylori
infiziert ist. Das Bakterium Helicobacter pylori besiedelt durch seine spiralförmige Struktur die Magenschleimhaut und verändert durch die
Produktion des Enzyms Urease die Säureproduktion im Magen. Der Magen produziert mehr Magensäure als nötig und dies kann zu einigen Problemen
führen.

Während die meisten Erwachsenen, die eine Helicobacter pylori Infektion haben, nichts bemerken, kann sich bei anderen der
Erreger durch Magendrücken, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Durchfall bemerkbar machen. Durch die erhöhte Magensäureproduktion
kann nach einiger Zeit eine Magen- oder Darmschleimhautentzündung
entstehen, es kann zu Magen- oder Darmgeschwüren kommen und, wenn diese
unbehandelt bleiben, schließlich auch zu Magenkrebs.

Kommen heute Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden zum Arzt, wird häufig zuerst
untersucht, ob eine Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt. Es gibt
verschiedene Möglichkeiten, die Infektion nachzuweisen.

Bei einer Magenspiegelung kann eine winzige Gewebeprobe aus der unteren
Magenschleimhaut entnommen werden und später unter dem Mikroskop nach
dem Bakterium gesucht werden. Eine andere Möglichkeit ist eine Stuhlprobe.

Bei einer Blutentnahme kann im Blut nach einem speziellen Antikörper gesucht werden, den der Körper bildet, wenn eine
Infektion vorliegt. Kann eine hohe Zahl dieser Antikörper nachgewiesen werden, kann von einer akuten Infektion ausgegangen werden. Allerdings
bleibt dieser hohe Antikörperspiegel im Blut lange erhalten, sodass auchnach einer erfolgreichen Behandlung die Blutentnahme keine sichere
Aussage über eine Infektion liefert.

Für Patienten, die bereits eine Therapie gegen Helicobacter pylori durchgeführt haben, empfiehlt
sich daher ein anderes Testverfahren: der Harnstoff-Atemtest. Der Patient nimmt dazu ein Präparat ein, das einen speziell markierten
Harnstoff enthält. Das vom Bakterium produzierte Enzym Urease spaltet den Harnstoff auf. Daraufhin wird das markierte Kohlenstoffatom (C13)
freigesetzt und über den Atem aus dem Körper befördert. Bei Patienten mit einer akuten Infektion kann dann dieser C13-Kohlenstoff in der
Ausatemluft nachgewiesen werden. Ist dies nicht der Fall, liegt keine Infektion vor.

Bei langwierigen Beschwerden infolge einer Infektion hat sich die sogenannte Triple-Therapie bewährt. Dabei wird
die Infektion medikamentös behandelt. Zwei verschiedene Antibiotika und zusätzlich ein Magenschutzmittel, das die Magensäureproduktion hemmt,
werden miteinander kombiniert. Diese Therapie wirkt bei 95 Prozent der Behandelten, sodass nach der Therapie das Bakterium nicht mehr
nachweisbar ist.

Da die Bakterien aber immer resistenter gegen die Antibiotika werden, hilft manchmal nur noch eine Therapie mit drei
verschiedenen Antibiotika und dem Magenschutzmittel, die sogenannte Vierfach-Therapie.

Einen Impfstoff gegen diese Infektion gibt es bislang nicht, und da bis heute nicht vollständig geklärt ist, wie es
zu einer Infektion kommt, können auch kaum vorbeugende Maßnahmen getroffen werden. Eine Übertragung des Bakteriums von Mund zu Mund, über
verunreinigte Lebensmittel und Wasser sowie über Haustiere erscheint hierbei am wahrscheinlichsten. Dabei spielt der Hygienestandard eines
Landes eine große Rolle bei der Verbreitung der Infektion.

Unterstützend zur medikamentösen Behandlung können Sie durch eine eiweißarme und
säurearme Ernährung Ihrem Magen dabei helfen, weniger Magensäure zu produzieren, was bei Magenschleimhautentzündungen immer guttut.
Verzichten Sie am besten weitgehend auf tierisches Eiweiß, säurehaltige Früchte, kohlensäurehaltige Getränke und scharfe Gewürze.

Vereinbaren
Sie vorsorglich einen Termin bei Ihrem Zahnarzt. Denn kranke oder tote Zähne und Zahnfleischtaschen, in denen sich ebenfalls Helicobacter
pylori ansiedeln können, die dann immer wieder zu einer erneuten Infektion im Magen führen, sollten behandelt werden. Auch
Amalgamfüllungen können zu chronischen Magen-Darm-Beschwerden führen. Lassen Sie sich von einem hierfür geschulten Zahnarzt beraten und
gegebenenfalls Ihre Zähne sanieren.